Welcher Kindersitz passt in welchem Alter? Von Babyschale bis Folgesitz sicher unterwegs
- vor 1 Tag
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Spätestens in der Schwangerschaft beginnt bei vielen Eltern die Suche nach dem passenden Kindersitz. Zuerst geht es um die Babyschale, das weiß jeder. Aber wie geht es dann weiter? Worauf ist in welchem Alter zu achten? Wann ist ein Wechsel sinnvoll und gibt es eigentlich einen Sitz der alles kann?
Genau das möchten wir in diesem Beitrag etwas ordnen. Nicht mit einer pauschalen Antwort für alle, sondern so, wie wir es auch in der Beratung sehen: Es kommt immer auf das Kind, das Auto und euren Alltag an.
Trotzdem gibt es ein paar Orientierungspunkte, die helfen.

Nicht das Alter entscheidet, sondern Größe und Gewicht
Viele Eltern schauen beim Kindersitz als Erstes auf die Altersangabe. Verständlich ist das auf jeden Fall. Wirklich entscheidend sind aber Größe und Gewicht!
Jeder Kindersitz ist nur für einen bestimmten Bereich zugelassen. Sobald EINE der beiden Maximalangaben erreicht ist, also entweder die zugelassene Größe oder das zugelassene Gewicht, braucht es den nächsten Sitz.
Die Altersangabe des Herstellers ist dagegen eher eine grobe Orientierung und nicht bindend.
Das orange Pickerl hilft oft mehr als jede Altersangabe
An jedem Sitz gibt es an der Unterseite ein oranges Pickerl (Zulassungsettikett). Genau dort stehen die wichtigen Angaben:

für welche Größe oder welches Gewicht der Sitz zugelassen ist
wie der Sitz befestigt werden muss
welche Zulassung für diesen Sitz gilt
Gerade wenn Unsicherheit aufkommt, lohnt sich dieser Blick immer. Viele Eltern lesen zuerst die Werbeaussagen oder orientieren sich an den ungefähren Altersangaben. Im Alltag ist das orange Pickerl die klarere und verlässlichere Hilfe.
Unser Weg durch die Kindersitzzeit

Bei uns daheim und auch in unserer Empfehlung beginnt die Kindersitzreise immer mit der Babyschale. Sie ist für die erste Zeit gedacht, wenn ein Baby noch sehr klein ist und viel Unterstützung braucht. Bis zu einem gewissen Punkt wächst sie mit, weil einzelne stützende Elemente nach und nach herausgenommen werden können, wenn das Baby größer wird.

Unsere Wahl nach der Babyschale fällt immer auf einen rückwärtsgerichteten Sitz, also einen Reboarder. Für uns ist ein Sitz entgegen der Fahrtrichtung in diesem Alter ganz klar die erste Wahl. Denn selbst ein Aufprall bei geringer Geschwindigkeit ist noch deutlich spürbar – und die empfindliche Halswirbelsäule eines Kleinkindes ist dieser Belastung besonders stark ausgesetzt.

Wie es danach weitergeht, ist etwas individueller. Manchmal passt im nächsten Schritt bereits eine Sitzerhöhung mit Rückenlehne. Manchmal braucht es davor aber noch eine Zwischenlösung, damit der Sitz wirklich gut zum Kind, zum Auto und zur jeweiligen Entwicklungsphase passt.

Genau deshalb schauen wir nicht nur auf das Alter oder auf eine möglichst lange Nutzungsdauer, sondern darauf, was in der jeweiligen Phase wirklich sinnvoll ist.
Gut zu Wissen:
→ Wir wechseln unseren Sitz wenn...
der integrierte Schultergurt nicht mehr auf Höhe der Schultern aus dem Sitz kommt. Ist der Sitz nicht mehr größer zu stellen, ist es Zeit für den nächsten Schritt.
bei der Babyschale der Kopf über den oberen Rand der Babyschale ragt.
wenn das Kind eine der zugelassenen Grenzen des Kindersitzes erreicht. (Nach diesem Blogartikel wisst ihr, wo ihr die entsprechenden Angaben für euren Sitz findet: Sitzunterseite - orangenes Pickerl)
→ Rückwärtsgerichtet: nicht nur ganz am Anfang wichtig
Bis mindestens 15 Monate müssen Kinder rückwärtsgerichtet transportiert werden. Auch darüber hinaus setzen wir bei uns im Geschäft bewusst auf rückwärtsgerichtete Folgesitze, weil sie deutlich besser schützen.
Der Grund ist gut nachvollziehbar: Bei einem Frontalaufprall wirkt der Sitz wie ein Schutzschild. Kopf, Nacken und Rücken werden großflächig aufgefangen, statt dass die Belastung nach vorne geht. Gerade der filigrane Nackenbereich kleiner Kinder wird so deutlich entlastet.
Deshalb ist rückwärtsgerichtetes Fahren für uns nicht nur ganz am Anfang ein Thema, sondern oft auch weit darüber hinaus eine sehr sinnvolle Lösung.
→ Isofix: praktisch, aber nicht grenzenlos
Isofix ist für viele Eltern ein wichtiger Punkt, weil es die Befestigung oft einfacher und klarer macht. Gleichzeitig gibt es hier eine Grenze, die man kennen sollte.
Für Sitze mit eigenem Gurtsystem, also Sitze, die das Kind selbst mit ihrem integrierten Gurt sichern, gilt bei Isofix eine Grenze von 33 kg für Kind plus Sitz. Wird später der Fahrzeuggurt verwendet, um das Kind anzuschnallen, gilt diese 33-kg-Grenze so nicht mehr.
→ Kindersitzpflicht in Österreich und unsere Empfehlung darüber hinaus
In Österreich gilt die Kindersitzpflicht bis 14 Jahre oder 1,35 m Körpergröße.
Aus unserer Erfahrung zeigt sich aber immer wieder: Auch bei Kindern mit 1,35 m Körpergröße verläuft der Gurt auf einem reinen Sitzhocker oft noch nicht wirklich gut. Ein Grund dafür ist, dass Kinder in diesem Alter meist noch nicht die Schulterbreite eines Erwachsenen haben.
Genau deshalb schauen wir gern noch ein Stück weiter und achten häufig bis etwa 1,50 m Körpergröße auf eine möglichst gute Gurtführung.
Häufige Fragen von Eltern rund um den Kindersitz
In der Beratung hören wir viele Fragen immer wieder. Ein paar davon möchten wir hier direkt aufgreifen.
Reicht ein Sitz für die gesamte Kindersitzzeit?
Der Wunsch ist verständlich. Viele Eltern würden am liebsten eine Lösung finden, die von Neugeborenen bis später alles abdeckt. In unseren Augen ist das aber meist keine wirklich gute Lösung.
Solche Sitze passen am Anfang häufig nicht richtig gut und werden gegen Ende nicht selten ungemütlich. Was für ein ganz kleines Baby passen soll, braucht einfach etwas anderes als das, was für ein deutlich größeres Kind später sinnvoll ist.
Also nein, für uns gibt es keinen Sitz, der den Ansprüchen der gesamten "Kindersitzreise" eines Kindes gerecht wird.
Kann ich einfach nach der Babyschale den Sitz der gleichen Marke für meine Basisstation kaufen?
Auch das klingt zuerst sehr praktisch. Und ja, manchmal kann das gut funktionieren. In der Beratung erleben wir aber immer wieder, dass genau hier später Enttäuschung entsteht.
Die Basis wäre zwar vorhanden, aber der nächste Sitz, der auf dieses System passt, ist dann nicht unbedingt das Modell, das zum Kind passt.
Deshalb schauen wir zuerst auf:
das Kind
die Körperproportionen
das Auto
die Alltagssituation
Und erst danach darauf, ob eine Systemlösung innerhalb einer Marke wirklich sinnvoll ist.
Wann ist unser Kind groß genug für einen Hocker?
Auch diese Frage taucht immer wieder auf, wenn die Kinder größer werden. Einen Hocker, also eine reine Sitzerhöhung ohne Rückenteil, empfehlen wir nicht.
Das Rückenteil übernimmt zwei essenzielle Aufgaben:
→ die Korrekte Gurtführung und den Seitenaufprallschutz.
Letzterer ist besonders dann wichtig, wenn es nicht zu einem frontalen, sondern zu einem seitlichen Aufprall kommt.
Dazu kommt, dass Autos und Gurtsysteme bis heute häufig den Standard am männlichen Körperbau ausrichten. Das bedeutet im Alltag manchmal schon für Frauen, dass die Gurtführung nicht ideal ist – und für Kinder gilt das umso mehr. Dadurch steigt das Risiko, dass der Gurt im Ernstfall nicht so verläuft und hält, wie es eigentlich nötig wäre.
Genau deshalb empfehlen wir immer eine Sitzerhöhung mit Rückenlehne. Sie unterstützt eine bessere Gurtposition und schützt das Kind seitlich deutlich besser.
Unser Special Angebot: BABYSCHALEN VERLEIH

Gerade in den ersten Tagen und Wochen zeigt sich oft erst, welche Babyschale dein Baby wirklich gut stützt und was im Alltag für euch passt. Deshalb bieten wir dir einen kostenlosen Babyschalenverleih an. So kannst du dich in Ruhe zwei bis drei Wochen nach der Geburt für die passende Schale entscheiden.
Unsere Einschätzung aus der Beratung

Wir merken in der Beratung oft, dass Eltern am liebsten gleich alles richtig und möglichst langfristig lösen möchten. Das verstehen wir gut. Gleichzeitig nehmen wir bei diesem Thema gern etwas Druck raus.
Nicht die längste Nutzungsdauer auf dem Papier ist entscheidend, sondern ob der Sitz jetzt gut passt und das Kind gerne darin sitzt. Manches lässt sich gut vorausschauen, anderes zeigt sich erst mit dem Wachsen des Kindes.
Aus unserer Sicht ist es deshalb sinnvoller, in Entwicklungsphasen zu denken als in einer einzigen Lösung für die ganze Kindersitzzeit.
Bei uns in Vorchdorf gemeinsam anschauen
Wenn du die Sitze mit deinem Kind gemeinsam testen möchtest und dir eine professionelle Einschätzung sowie eine große Auswahl verschiedener Hersteller und Modelle wünschst, bist du bei uns im Laden in Vorchdorf genau richtig.
Wir nehmen uns Zeit für dich, hören uns deine Wünsche und Bedürfnisse an, schauen uns dein Auto an und vor allem:
Wir sehen gemeinsam,
in welchen Sitz dein Kind wirklich gut passt.
Nach dem Kauf bauen wir den Sitz gerne final in dein Auto ein, zeigen dir, worauf es ankommt, und erklären dir, wie die Gurte bei deinem Kind richtig angelegt werden.
Komm vorbei – wir freuen uns auf dich!







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