Wir testen das neue Thule-Connect System
„Wie kann man sein Kind im Auto vergessen? Mir würde das nie passieren.“
Ganz ehrlich: Diesen Gedanken hatten wir wahrscheinlich auch einmal.
Bis mir jemand aus dem engeren Bekanntenkreis seine Geschichte erzählt hat.
Ein schlafendes Kind wurde nach einer Autofahrt im Auto zurückgelassen - vergessen. Nach ca. einer Stunde kam die Person zurück und fand ihr Kind schlafend im Auto vor. Ob "immer noch" oder "wieder" schlafend" weiß keiner. Die Situation ist trotzdem verhältnismäßig gut ausgegangen - ein Glück! Aber seitdem denken wir über solche Geschichten anders.
Denn Fehler machen ist leider zutiefst menschlich. Manchmal kleine, manchmal große. Und es passiert eben auch dann, wenn wir unsere Kinder lieben, versuchen mit voller Aufmerksamkeit da zu sein und normalerweise alles im Blick haben.
Stress, wenig Schlaf, eine ungewohnte Tagesroutine, jemand anderes bringt das Kind, ein Telefonat dazwischen. Manchmal reicht eine kleine Veränderung im gewohnten Ablauf.
Seitdem sind wir deutlich vorsichtiger damit geworden, andere vorschnell zu beurteilen. Einladung an alle:
"We listen, but we don’t judge."
Und genau an diese Geschichte mussten wir denken, als wir das neue Thule Connect Kindersitz-System ausprobiert haben.
Denn eine seiner Funktionen ist genau dafür gedacht: Das System kann dich warnen, wenn dein Kind nach der Fahrt unbeaufsichtigt im Auto zurückbleibt.
Aber das ist längst nicht alles, was Thule beim neuen Connect System verändert hat.
Was ist das Thule Connect System überhaupt?
Das neue System besteht aus mehreren miteinander verbundenen Komponenten.
Die Thule Alfi Connect ISOFIX-Basis bildet das Herzstück. Darauf kann zuerst die Thule Maple Connect Babyschale und später der Thule Elm Connect 360 verwendet werden.
Damit begleitet dieselbe Basis dein Kind von der Babyschalenzeit bis in die Kleinkindzeit.
Der eigentliche Unterschied zum bisherigen Thule-System liegt aber im Wort Connect:
Basis, Sitz und Thule App können miteinander kommunizieren.
Vergessenes Kind im Auto? Das System erinnert dich

Das ist für uns wahrscheinlich die Funktion, die emotional am meisten hängen bleibt.
Das integrierte Kindermeldesystem erkennt in Verbindung mit dem Connect-System, wenn ein Kind unbeaufsichtigt im Fahrzeug zurückbleibt, und sendet eine Warnung über die Thule App.
Braucht man so etwas? - Vielleicht nie.
Und genau das wäre natürlich das Beste.
Aber nach unserer eigenen Erfahrung von nahestehenden Bekannten sehen wir solche zusätzlichen Sicherheitsebenen inzwischen anders.
Wenn Technik in einem Moment helfen kann, in dem der menschliche Kopf gerade einen Fehler macht, finden wir das ziemlich sinnvoll. Nicht, weil Eltern unachtsam sind. Sondern weil Eltern Menschen sind.
Der Sitz sagt dir, ob der Gurt straff genug ist
Eine zweite Funktion hat uns aus Beratungssicht fast genauso neugierig gemacht. Bei den Connect Sitzen ist im Gurtschloss ein sogenanntes eBuckle von Holmbergs integriert. Dieses misst, ob das Gurtsystem ausreichend gespannt wurde.
Ist der Gurt richtig gestrafft, bekommst du eine visuelle und akustische Bestätigung. Ist er noch nicht passend gestrafft, weist dich das System darauf hin. Und das finden wir wirklich spannend.
Denn eines sagen wir bei fast jeder Kindersitzberatung:
Gurte sollten richtig straff sitzen.

Wir erleben im Beratungsalltag viel häufiger Gurte, die zu locker angezogen werden, als Gurte, die zu fest sitzen.
Natürlich ersetzt die Technik nicht den richtigen Umgang mit dem Kindersitz. Aber sie gibt eine zusätzliche Rückmeldung – und gerade wenn Oma, Opa oder andere Betreuungspersonen das Kind fahren, kann das ziemlich praktisch sein.
Auch die Basis denkt mit
Schon die bisherige Thule Alfi Basis war sehr intuitiv aufgebaut. Bei der Alfi Connect kommt nun zusätzlich die digitale Verbindung dazu.
Das SenseAffirm-System zeigt direkt an der Basis über rote beziehungsweise grüne Anzeigen, ob die entscheidenden Komponenten korrekt installiert sind.
Die AcuTight-Technologie unterstützt beim sicheren Befestigen der Basis und mit EasyDock lässt sich der Sitz aus verschiedenen Winkeln auf die Basis setzen und anschließend in die richtige Position drehen.
Das gefällt uns besonders gut, weil gute Technik für uns nicht möglichst kompliziert sein sollte.
Im Gegenteil:
Sie sollte Fehler unwahrscheinlich und die richtige Bedienung einfacher machen.
Die App führt durch die Installation des Sitzes
Wer die Connect-Funktionen nutzen möchte, verbindet das System mit der Thule App.

Dort gibt es eine geführte Installation, Echtzeit-Rückmeldungen und Warnungen, falls etwas nicht richtig verwendet wird. Der Status lässt sich außerdem mit anderen Betreuungspersonen teilen – zum Beispiel mit den Großeltern. Gerade das finden wir alltagstauglich.
Denn ein Kindersitz wird nicht immer nur von einer Person bedient. Vielleicht bringt morgens Papa das Kind, nachmittags holt Oma ab und am Wochenende fährt jemand anderes. Wenn mehrere Personen denselben Sitz verwenden, kann eine zusätzliche Rückmeldung durchaus sinnvoll sein.
Maple Connect: Mehr als nur eine Babyschale

Bei der Thule Maple Connect Babyschale beginnt die zusätzliche Unterstützung schon beim Anschnallen. Das Gurtschloss zeigt dir direkt an, ob der Gurt straff genug angezogen wurde – unabhängig davon, ob die Babyschale mit der Basis oder dem Fahrzeuggurt verwendet wird.
Weitere Connect-Funktionen kommen jedoch nur in Verbindung mit der Alfi Connect Basis dazu. Erst dann kann das System erkennen, ob die Babyschale korrekt installiert ist, und dich warnen, wenn dein Kind nach der Fahrt im Auto zurückbleibt.
Das ist uns wichtig zu erwähnen: Wird die Maple Connect mit dem Dreipunktgurt des Autos befestigt, funktioniert die Kontrolle der Gurtspannung am Kind weiterhin. Die Installationskontrolle des Sitzes und die Warnfunktion bei einem zurückgelassenen Kind stehen dann jedoch nicht zur Verfügung.
Elm Connect 360: hier wird es besonders spannend

Beim Folgesitz geht Thule noch einen Schritt weiter.
Der Thule Elm Connect 360 verfügt über einen gepolsterten 5-Punkt-Gurt, drei Ruhepositionen, eine stufenlose Drehfunktion und das neue eBuckle mit Rückmeldung zur Gurtspannung.
Für uns besonders interessant: Das Connect-System ergänzt Funktionen, die wir in der Beratung ohnehin täglich kontrollieren – korrekter Einbau und richtiges Anschnallen und eine bewusste Nutzung des Sitzes.
Muss ein Kindersitz jetzt mit dem Handy verbunden sein?
Nein. Und das ist uns bei dem Thema auch wichtig. Ein guter Kindersitz muss zunächst einmal zum Kind und zum Auto passen, richtig installiert sein und richtig verwendet werden.
Eine App ersetzt keine Kindersitzberatung und ein Sensor ersetzt nicht das aufmerksame Anschnallen. Auch Thule macht den Sitz nicht davon abhängig, dass ständig eine App verwendet wird. Beim Elm Connect beispielsweise funktioniert die Rückmeldung des eBuckle auch ohne Nutzung der App; über die App kommen zusätzliche Funktionen wie Installationshilfen, Warnungen und die Erinnerung bei einem zurückgelassenen Kind dazu.
Für uns ist Connect deshalb weniger ein „Smart Gadget“.
Wir sehen es eher als:
eine zusätzliche Sicherheitsebene.
Was uns nach dem Test besonders gefällt
Je länger wir uns mit dem System beschäftigt haben, desto mehr merken wir: Es geht nicht um eine spektakuläre neue Funktion. Es sind viele kleine Rückmeldungen an Stellen, an denen im Alltag Fehler passieren können.
Der Sitz sitzt richtig auf der Basis?
→ Bestätigung
Der Gurt ist straff genug?
→ Bestätigung
Bei der Installation stimmt etwas nicht?
→ Hinweis
Das Kind sitzt nach der Fahrt noch im Auto?
→ Warnung
Und genau darin sehen wir den größten Vorteil.
Unser Fazit zum Thule Connect System
Braucht jeder unbedingt einen vernetzten Kindersitz?- Nein.
Finden wir die Entwicklung sinnvoll? - Ja.
Vor allem, weil das System nicht versucht, Eltern das Denken abzunehmen. Es unterstützt dort, wo im Alltag kleine Fehler passieren können.
Und bei der Warnung vor einem zurückgelassenen Kind sind wir heute vielleicht sensibler als früher.
Denn wir wissen inzwischen aus nächster Nähe:
„Das würde mir niemals passieren“ ist leider keine Sicherheitsfunktion.
We listen, but we don’t judge.
Vielleicht ist genau das auch bei diesem Thema ein guter Gedanke.
Neugierig geworden?
Im Onlineshop findest du all unsere Thuleprodukte, auch das Connect-System.
Du möchtest dir das Thule Connect System selbst anschauen und ausprobieren? Die Alfi Connect Basis und die dazugehörigen Sitze haben wir bei uns lagernd.
Komm gerne bei uns im KindersitzKosmos in Vorchdorf vorbei, probier das System aus und mach dir selbst ein Bild davon.
Wir sind gespannt, was du dazu sagst!
Stefanie & Christoph Stöttinger
KindersitzKosmos Vorchdorf | Oberösterreich








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